«Die SVE ist solide aufgestellt, auch dank der Weitsicht unserer Vorgängerinnen und Vorgänger»
Rolf Brändli im Gespräch

Mit Beginn der neuen Amtsperiode übernimmt Rolf Brändli, CFO bei Burckhardt Compression, das Präsidium des Stiftungsrats der SVE. Er kennt die Stiftung seit vielen Jahren und bringt breite Erfahrung in Finanzführung, Governance und Risikomanagement mit. Im Interview spricht er über seine Motivation für das Amt, die neue Zusammensetzung des Stiftungsrats und die strategischen Schwerpunkte der kommenden Jahre. Zudem erklärt er, wie er seine Rolle versteht und was ihm im Dialog mit den Versicherten sowie den Rentnerinnen und Rentnern besonders wichtig ist.
Herr Brändli, was hat Sie motiviert, das Amt des Stiftungsratspräsidenten der SVE zu übernehmen?
Mich hat die Möglichkeit motiviert, Verantwortung zu übernehmen für eine Institution, die für die finanzielle Sicherheit zahlreicher Menschen eine zentrale Rolle spielt. Seit meinem Beitritt in den Stiftungsrat im Jahr 2009 und der späteren Übernahme des Vorsitzes des Anlageausschusses habe ich Höhen und Tiefen in turbulenten Finanzmärkten miterlebt. Die SVE ist solide aufgestellt, auch dank der Weitsicht unserer Vorgängerinnen und Vorgänger. Ich sehe es als Privileg, die Weiterentwicklung der SVE aktiv mitzugestalten.
Der Stiftungsrat wurde neu gewählt, was hat sich an der Zusammensetzung geändert?
Das Gremium wurde von bisher 20 auf 14 Personen reduziert und besteht je zur Hälfte aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern. Zwei weitere Sitze sind für grössere potenzielle Anschlüsse reserviert. Wie viele Sitze ein Unternehmen erhält, hängt von der Anzahl versicherter Personen ab. Sulzer hat als Stifterin je zwei Sitze erhalten. Je einen Sitz haben die Firmen Burckhardt Compression, Everllence, Zimmer und Medmix erhalten. Unternehmen ohne Sitzanspruch sind erstmals in einem Firmenpool vertreten. Dieser gilt als eine angeschlossene Einheit mit je einem Arbeitnehmer- und einem Arbeitgebersitz. Die gewählten Personen bringen vielfältige Erfahrung in den Bereichen Unternehmensführung, Governance und Risikomanagement mit, das hat sich nicht geändert. Diese Vielfalt an ausgewiesener Erfahrung stärkt die Qualität der Diskussionen und Entscheidungen.
Welche Themen und Schwerpunkte möchten Sie in den kommenden Jahren besonders vorantreiben?
Zentrales Thema bleibt die langfristige Sicherstellung der finanziellen Stabilität der Stiftung sowie das Erzielen einer attraktiven Rendite am oder über dem Benchmark. Dazu gehört die laufende Überprüfung und Weiterentwicklung der Anlagestrategie im Gesamtstiftungsrat, um im Rahmen der Risikofähigkeit Chancen zu nutzen und Risiken kontrolliert zu steuern. Weitere Schwerpunkte sehe ich in den kommenden Jahren unter anderem in folgenden Bereichen: Marketing und Akquisition weiterer Anschlüsse; Transparenz und Verständlichkeit gegenüber den Versicherten; sowie weitere Schritte bezüglich Effizienz und Digitalisierung in den Prozessen, damit wir als moderne Gemeinschaftsstiftung auftreten können – gegenüber den Versicherten aber auch gegenüber den Firmen. Natürlich behalten wir auch das regulatorische Umfeld im Auge.
Wie verstehen Sie Ihre Rolle im Zusammenspiel mit dem Stiftungsrat, der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden?
Ich sehe mich als Moderator, Impulsgeber und Brückenbauer. Der Stiftungsrat soll strategisch führen, nicht operativ eingreifen – diese Rollenverteilung ist mir wichtig. Gleichzeitig möchte ich sicherstellen, dass die Geschäftsleitung und deren Mitarbeitenden klare Leitplanken haben und ihre Expertise optimal einbringen können. Transparenz, offene Diskussionen und gegenseitiger Respekt sind für mich die Grundlage einer guten Zusammenarbeit. Ich möchte weiterhin ein Umfeld pflegen, in dem unterschiedliche Perspektiven gehört werden und Entscheidungen breit abgestützt sind.
Welche Erfahrungen bringen Sie mit, die für die Weiterentwicklung der SVE besonders wertvoll sind?
Als CFO eines börsenkotierten Unternehmens bringe ich langjährige Erfahrung in Finanzführung, Risikomanagement, Corporate Governance und strategischer Planung mit. Ich bin es gewohnt, in komplexen regulatorischen Rahmenbedingungen zu arbeiten und grosse Verantwortung zu tragen. Zudem kenne ich die Perspektive der Versicherten aus dem eigenen Unternehmen sehr gut – das hilft mir, die Bedürfnisse der Anspruchsgruppen sowohl aus Arbeitgeber- als auch aus Arbeitnehmersicht realistisch einzuschätzen.
Was ist Ihnen im Dialog mit Versicherten sowie Rentnerinnen und Rentnern besonders wichtig?
Mir ist wichtig, dass die Versicherten Vertrauen in ihre Pensionskasse haben. Dieses Vertrauen entsteht durch Transparenz, Erreichbarkeit und klare Kommunikation. Die Versicherten sollen verstehen, wie ihre Vorsorge funktioniert, welche Entscheidungen wir treffen und warum. Gleichzeitig möchte ich zuhören – Anliegen, Fragen und Kritik sind wertvolle Hinweise, wie wir uns weiter verbessern können. Gerade Rentnerinnen und Rentner haben ein berechtigtes Bedürfnis nach Stabilität und Verlässlichkeit. Diesen Anspruch nehme ich sehr ernst.
Das Gespräch führte Marlene Caduff.













