Die Finanz- und Kreditmarktkrise hat sich ab Juli weiter ausgebreitet und auf die Realwirtschaft übergegriffen. Dies hat sich vor allem im letzten Quartal an den globalen Finanzmärkten in einer nochmaligen Beschleunigung des Kurszerfalls ausgewirkt.
Die Aktienmärkte beendeten das Jahr je nach geografischer Region mit desaströsen Verlusten von 30 – 80%!
Im gleichen Ausmass wurden auch die nicht traditionellen Anlagen in Mitleidenschaft gezogen. Lagen die Rohstoffpreise bis Mitte Jahr noch deutlich im Plus, liessen die aufkommenden Rezessionsängste die Notierungen auf breiter Front massiv einbrechen. Auch Hedge Funds verbüssten markante Rückschläge und litten unter einer Flut von Rücknahmen.
Die Obligationenmärkte standen ganz im Zeichen eines rigorosen Qualitätsdiktats. Staatsanleihen standen hoch im Kurs und Unternehmensanleihen selbst mit gutem Rating wurden teilweise zu Schleuderpreisen angeboten.
Auch die Währungen gerieten in noch selten gesehene Turbulenzen. Gegenüber dem Schweizer Franken deutlich zulegen konnte der japanische Yen (+16%), wohingegen der US Dollar und der Euro 5 bzw. 10% einbüssten. Ganz schwach entwickelte sich das britische Pfund, das über 30% an Wert verlor.
2008 war gekennzeichnet von dramatischen Kurseinbrüchen an den internationalen Finanzmärkten. Es wird als eines der schlechtesten Aktienjahre überhaupt in die Geschichte eingehen. Zur Stabilisierung des Finanzsystems waren (und sind immer noch) ausserordentliche politische Eingriffe notwendig.
Die Markteinbrüche haben auch bei unserer Kasse tiefe Spuren hinterlassen. Das Vermögen belief sich per 31.12.2008 auf 3.475 Mrd. Franken (31.12.2007 4.202 Mrd. Franken). Im Rückgang von 727 Mio Franken ist ein realisierter Verlust von 55 Mio Franken enthalten. Die Rendite ist mit -13.6% stark negativ.
Aussergewöhnlich ist nicht nur das Ausmass der Rückschläge, sondern auch die Tatsache, dass die meisten Anlagekategorien negativ abschlossen. Gleichzeitige Verluste in Aktien und Obligationen treten normalerweise nur sehr selten auf. Viele Anleger verloren ihr Vertrauen und flüchteten in Cash oder Staatsanleihen. Positiv entwickelten sich auch die direkten Liegenschaften und Schuldbriefdarlehen (Hypotheken).
Die Performance der SVE liegt auch hinter der Rendite von -10.24% zurück, die gemäss Budgetallokation 2008 hätte erwartet werden können.
Die SVE hielt einen höheren Anteil Unternehmensanleihen, deren Kurse wegen der Flucht in Qualität sanken, während im Benchmark das Schwergewicht in Staatsanleihen lag, deren Kurse von den sinkenden Zinsen profitierten. Bei den Fremdwährungsobligationen haben wir aufgrund der Beimischung von Wandelanleihen und einem ungünstigeren Währungsmix Boden eingebüsst. Auch die indirekten Immobilienanlagen trugen zur Performancelücke bei. Die Diversifikation ins Ausland erwies sich als grosse Enttäuschung. Die Aktien waren wohl schlechteste Anlagekategorie, die Abweichung zu den vorgegebenen Benchmarks aber nur gering.
Kursschwankungen gehören zum Alltag der Finanzmärkte. Die SVE hält dafür Wertschwankungsreserven, die auf historischen, statistisch untermauerten Marktentwicklungen beruhen und auch grosse Einbussen absorbieren können. Die Kursverluste in 2008 lagen aber weit ausserhalb der langjährigen Statistiken und haben deshalb die Reserven mehr als aufgezehrt. In der Folge sank der Deckungsgrad auf ca. 95% (Ende 2007: 113,9%).
| Rendite 2008 (in %) | Rendite 2007 (in %) | |
Anlagekategorie |
||
| Liquide Mittel | 2.31 | 2.45 |
| Obligationen CHF | 1.60 | 0.75 |
| Obligationen Fremdwährungen | -6.20 | 3.02 |
| Aktien Schweiz | -36.02 | 2.01 |
| Aktien Ausland | -48.45 | 2.06 |
| Indirekte Immobilienanlagen | -7.54 | -3.10 |
| Liegenschaften | 6.75 | 4.32 |
| Nicht traditionelle Anlagen | -36.87 | 4.17 |
| Schuldbriefdarlehen | 3.13 | 2.71 |
| Gesamtvermögen | -13.64 | 2.16 |
| Interner Benchmark SVE* | -10.24 | 1.18 |
| *gemäss verabschiedeter Anlagestrategie |
Im Anlagejahr 2009 lauern neue Risiken, es werden sich aber auch Chancen bieten. Das Ausmass der Kreditkrise deutet auf eine lange und tiefe Rezession hin, wie wir dies seit dem Ende des zweiten Weltkrieges, resp. den dreissiger Jahren, nicht mehr erlebt haben. Selbst die massiven Zinssenkungen und Liquiditätsspritzen der wichtigsten Notenbanken der Welt konnten diesen globalen Konjunktureinbruch nicht verhindern. Es muss davon ausgegangen werden, dass das allgemeine Zinsniveau für längere Zeit auf tiefem Niveau verharren wird. Das Ertragspotenzial für Staatsanleihen ist aufgrund der bereits tiefen Realzinsen sehr begrenzt. Qualitativ gute Unternehmensanleihen bieten deutlich attraktivere Möglichkeiten. Der Schweizer Franken und der japanische Yen werden bis zu einer Normalisierung der Risikoaversion ihren Status des sicheren Hafens beibehalten. An den Aktienmärkten kann wohl eine nachhaltige Erholung der Notierungen erst erwartet werden, wenn bei der Entwicklung der Unternehmensgewinne eine Bodenbildung am Horizont zu erkennen ist. Positive Einflüsse sollten mindestens kurzfristig von den tieferen Ölpreisen und der unbedeutenden Inflation ausgehen. Im ersten Halbjahr 2009 ist kaum mit einem Nachlassen der starken Schwankungen an den Aktienmärkten zu rechnen, und erste Lichtblicke sind frühestens im 2. Halbjahr 2009 zu erwarten. Die SVE hält im Wesentlichen an ihrem Anlageprofil fest, wobei aber insbesondere die Sicherheit der Anlagen im Vordergrund steht.
Das Jahr 2009 war erneut äusserst turbulent und geprägt von der Erholung der Weltwirtschaft aus ihrer tiefsten Rezession seit Jahrzehnten. Zu Beginn setzte sich die Baisse an den Finanzmärkten allerdings fort, bevor ab Mitte März ein kräftiger und bis zum Jahresende anhaltender Aufschwung einsetzte. Die Kombination von steil nach oben weisenden Konjunkturindikatoren, besseren Gewinnausweisen und einer sehr expansiven Geldpolitik der Notenbanken führten zu starken Anstiegen an den Aktienmärkten. An den Obligationenmärkten konnten die durch die Finanzkrise verursachten extremen Preisverzerrungen grösstenteils wieder korrigiert werden, was insbesondere bei den Obligationen in CHF zu einem klar überdurchschnittlichen Ergebnis führte. Auch alle übrigen Anlageklassen erzielten positive Erträge und trugen zum besten Gesamtergebnis seit mehr als 10 Jahren bei.
Mit der erfreulichen Performance von 11,85% konnte der massive Rückschlag des letzten Jahres wenigstens teilweise korrigiert werden. Aufgrund der Budgetallokation 2009 errechnete sich eine Benchmarkrendite von 10,82%. Obwohl 2009 ein sehr gutes Resultat erzielt wurde, liegt die Durchschnittsrendite der letzten 10 Jahre immer noch unter 2%.
Das Vermögen belief sich per 31.12.2009 auf 3.735 Mrd. Franken (31.12.2008: 3.475 Mrd. Franken). Der Deckungsgrad erhöhte sich als Folge der wieder erstarkten Kapitalmärkte deutlich und lag per Jahresende bei 105% (Ende 2008: 95.2%).
| Rendite 2009 (in %) | Rendite 2008 (in %) | |
Anlagekategorie |
||
| Liquide Mittel | 0.74 | 2.31 |
| Obligationen CHF | 9.10 | 1.60 |
| Obligationen Fremdwährungen | 6.08 | -6.20 |
| Aktien Schweiz | 23.93 | -36.02 |
| Aktien Ausland | 28.01 | -48.45 |
| Indirekte Immobilienanlagen | 15.86 | -7.54 |
| Liegenschaften | 7.08 | 6.75 |
| Nicht traditionelle Anlagen | 8.19 | -36.87 |
| Schuldbriefdarlehen | 2.61 | 3.13 |
| Gesamtvermögen | 11.85 | -13.64 |
| Interner Benchmark SVE* | 10.82 | -10.24 |
| *gemäss verabschiedeter Anlagestrategie |
Die Aktienmärkte setzten im zweiten Halbjahr die Mitte März begonnene Erholung unvermindert fort. Unterstützend wirkten dabei die zahlreichen, global durchgeführten Konjunkturprogramme und konzertierte Massnahmen der Zentralbanken. Die Aufwärtsbewegung gewann weiter an Dynamik, als die Unternehmen im zweiten und dritten Quartal besser als erwartete Ergebnisse präsentierten. Zudem stärkten weltweit positivere Wirtschaftsdaten zunehmend das Vertrauen und die Risikobereitschaft der Anleger. Diese äusserte sich unter anderem auch in einem starken Anstieg der Emerging Markets von über 70%, die damit klar besser als die industrialisierten Märkte abschnitten.
An den Obligationenmärkten entwickelten sich die Zinsen regional sehr unterschiedlich. Während die verbesserten Konjunkturaussichten in den USA zu höheren Zinsen am langen Ende führten, verharrten die europäischen Renditen auf den tiefen Niveaus. In der Schweiz fielen die Zinsen vorübergehend sogar auf die Tiefststände aus dem Jahr 2005 zurück. Mit ein Grund für diese Entwicklung könnte der fehlende Kapitalbedarf der Eidgenossenschaft gewesen sein, die im gesamten Halbjahr keine Neuemissionen von Staatsanleihen auf den Markt brachte. Dem gegenüber stand aber eine konstant hohe Nachfrage von institutionellen Anlegern nach langfristigen Obligationenengagements. Insgesamt bildeten sich die Spreads von Unternehmensanleihen weiter deutlich zurück und erreichten praktisch das Niveau vor der Finanzkrise.
Die indirekten Immobilienanlagen setzten ihren Höhenflug fort und erreichten 2009 ein absolutes Spitzenresultat, welches als eines der erfolgreichsten in die Geschichtsbücher eingehen wird. Die Agios der Immobilienfonds stiegen damit allerdings ebenfalls weiter an und befanden sich nahe den historischen Höchstständen.
Bei den nicht traditionellen Anlagen stach vor allem die Hausse des Goldes heraus, welches mit über USD 1'200 pro Unze eine neue Rekordmarke erreichte. Nach dem heftigen Preiszerfall vom Vorjahr stieg auch der Ölpreis wieder deutlich an. Insgesamt konnte sich dieses Segment nach dem letztjährigen Absturz ebenfalls wieder festigen und ein ansprechendes Ergebnis erzielen.
Im zweiten Halbjahr neigte der Schweizer Franken zur Stärke und wertete sich gegenüber den wichtigsten Währungen auf. Am deutlichsten gegenüber dem britischen Pfund, welches allerdings im ersten Semester markant zugelegt hatte. Der US Dollar fiel zeitweise sogar wieder unter die Paritätsmarke, konnte sich zum Jahresende aber wieder leicht erholen. Der Euro unterschritt Mitte Dezember die Marke von 1.50, womit das von der Schweizerischen Nationalbank anvisierte Wechselkursziel etwas tiefer zu liegen scheint. Druck auf die Einheitswährung wurde durch die Sorgen um die Kreditwürdigkeit Griechenlands sowie weiterer EU-Mitgliedstaaten ausgelöst.
Einmal mehr wird ein schwieriges Anlagejahr erwartet. Vorerst scheint sich die globale Konjunkturerholung, die Anfang 2009 eingesetzt hat, noch fortzusetzen. Die Aktienmärkte bleiben zudem begünstigt durch die historisch tiefen Zinssätze sowie ausreichend vorhandene Liquidität. Der Aufschwung hängt aber nach wie vor nur an den massiven staatlichen und geldpolitischen Stützungsprogrammen. Die Unternehmensgewinne entwickeln sich zwar positiv, haben ihren Ursprung jedoch meist in den rigoros durchgeführten Kostensenkungsprogrammen der Firmen. Die Beschäftigungslage hat sich nur unwesentlich verbessert, nicht von ungefähr räumt auch US-Präsident Obama der Schaffung von Arbeitsplätzen im 2010 oberste Priorität ein. Der weitere positive Verlauf der Konjunktur wird davon abhängen, ob die vielfältigen Impulse einen sich selbst tragenden Aufschwung auslösen können. Das Thema Inflation beschäftigt die Finanzwelt zurzeit nur wenig, könnte aber auf längere Sicht zum Problem werden. Auch die Finanzkrise ist noch nicht vom Tisch und das Moratorium von Dubai World und die Schwierigkeiten Griechenlands geben auch bei den festverzinslichen Papieren Anlass zur Sorge.
Die SVE wird ihr Anlageprofil im 2010 vollständig der neuen langfristigen Anlagestrategie anpassen, gleichbedeutend mit der weiteren Erhöhung der Nominal- zu Lasten der Sachwerte. Wie im obigen Abschnitt angedeutet, werden Turbulenzen an den Finanzmärkten ein weiteres Mal nicht ausbleiben, weshalb die zur Verfügung stehenden Bandbreiten in höherem Mass als üblich ausgenutzt werden sollen.
Auch im zweiten Jahr nach der globalen Finanzkrise blieben die Anlagemärkte nicht von Turbulenzen verschont. Insbesondere die im Mai durch die drohende Zahlungsunfähigkeit Griechenlands eskalierende Staatsverschuldungskrise beschäftigte die Investoren während des ganzen Jahres. Dies führte bei den betroffenen Ländern zu stark steigenden Zinsen, während auf der Gegenseite die Zinsen wichtiger Industriestaaten, wie USA, Deutschland oder England im Spätsommer 2010 teilweise historische Tiefststände erreichten. Nebst tiefen Inflationsraten und einer weiterhin lockeren Geldpolitik der Zentralbanken war die Ankündigung der US-Notenbank, weitere Staatsanleihen im Umfang von USD 600 Mrd. zu kaufen, für diese tiefen Zinsen verantwortlich. Unsicherheit und fehlendes Vertrauen wirkte sich in besonderem Masse auf die Wechselkurse aus. Unter Druck gerieten Euro, britisches Pfund und US Dollar, Gewinner waren der Schweizer Franken und der japanische Yen. Dies beeinflusste die Anlagen in Fremdwährungen. Durch unsere Währungspolitik, wonach permanent etwa die Hälfte dieser Investitionen abgesichert sein muss, konnten wir einen guten Teil der in den verschiedenen Anlagekategorien entstandenen Währungsverluste auffangen.
Das Anlagejahr 2010 konnte mit einer guten Performance von 5,13% abgeschlossen werden. Aufgrund der Budgetallokation errechnete sich eine Benchmark-Rendite von 4,10%. Die letzten 10 Jahre werden aber immer noch durch die negativen Ergebnisse der Jahre 2001, 2002 und 2008 belastet, weshalb die Durchschnittsrendite für diese Zeitperiode nur knapp 2% beträgt.
Das Vermögen belief sich per 31.12.2010 auf 3.761 Mrd. Franken (31.12.2009: 3.735 Mrd. Franken). Der Deckungsgrad konnte etwas zulegen und betrug per Jahresende 107,2% (Ende 2009: 105,0%).
| Anlagekategorie | Rendite 2010 (in %) | Rendite 2009 (in %) |
| Liquide Mittel | 0.37 | 0.74 |
| Obligationen CHF | 4.65 | 9.10 |
| Obligationen Fremdwährungen | -5.12 | 6.08 |
| Aktien Schweiz | 4.55 | 23.93 |
| Aktien Ausland | 5.87 | 28.01 |
| Indirekte Immobilienanlagen | 8.05 | 15.86 |
| Liegenschaften | 6.26 | 7.08 |
| Nicht traditionelle Anlagen | 7.63 | 8.19 |
| Schuldbriefdarlehen | 2.39 | 2.61 |
| Gesamtvermögen | 5.13 | 11.85 |
| Benchmark SVE* | 4.10 | 10.82 |
| *gemäss verabschiedeter Anlagestrategie |
Nach richtungslosem Verlauf setzten die Aktienmärkte im letzten Quartal zu einem Jahresendspurt an. Getragen wurde diese Bewegung durch gute Gewinnzahlen der Unternehmen und mehrheitlich positive Wirtschaftsdaten. Zudem unterstützte das weiterhin sehr tiefe Zinsumfeld in den wichtigen Industriestaaten die Attraktivität der Aktien. Der Schweizer Aktienmarkt gehörte jedoch nicht zu den Spitzenreitern und lag Ende Jahr nur mit wenigen Prozentpunkten im Plusbereich. Belastet haben vor allem die enttäuschende Entwicklung der dominanten Index-Schwergewichte aus dem Pharmabereich. Weit besser präsentierten sich andere Märkte wie z.B. Deutschland oder USA, wo die Leitindices in Lokalwährung um 16% bzw. 10% zulegen konnten. Die starken Währungsverluste liessen die Performance in Schweizer Franken aber deutlich schrumpfen.
Wie bereits anfangs erwähnt sank das Renditeniveau von Obligationen qualitativ guter Staaten im Laufe des Spätsommers auf neue Rekord-Tiefstände und lag auch Ende Jahr noch tiefer als zu Beginn des Jahres. So konnte nebst der laufenden Rendite auch noch ein kleiner Kapitalgewinn erzielt werden. Auch Investment-Grade Unternehmensanleihen erzielten eine erfreuliche Gesamtperformance. Demgegenüber schossen die Zinsen der von der Staatsschuldenkrise stark betroffenen Euroländer deutlich in die Höhe, was sich in massiven Abschlägen der entsprechenden Obligationen niederschlug. Unser Portefeuille blieb davon weitgehend verschont, da wir praktisch keine Staatsobligationen dieser hoch verschuldeten Länder halten.
Wir haben den Zeitpunkt der Tiefzinsphase im Spätsommer ausgenutzt und mit Stiftungsrats-beschluss einen Teil der lang laufenden CHF Obligationen verkauft und die Kursgewinne realisiert. Die dadurch erhaltenen liquiden Mittel werden bei einem erwarteten Zinsanstieg wieder im Obligationenmarkt investiert.
Bei den Fremdwährungsobligationen sind wir vor allem in den grossen Hauptwährungen investiert. Laufende Rendite und Kursgewinne auf den Obligationen konnten die starken Währungsabschläge jedoch nicht kompensieren, sodass dieses Anlagesegment, als einziges in diesem Jahr, eine negative Performance ausweist.
Die indirekten Immobilienanlagen erzielten die höchste Performance aller Anlagekategorien. Begünstigt durch das tiefe Zinsumfeld erfreuten sich die Wertpapiere dieser Anlageklasse einer ungebrochen starken Nachfrage. Allerdings sind die Agios der Immobilienfonds mittlerweile sehr hoch, und bei einem Zinsanstieg wird es auch in diesem Segment zu Korrekturen kommen.
Bei den nicht traditionellen Anlagen trugen die Rohstoffanlagen wie auch unsere Investitionen im Private Equity Bereich etwa zu gleichen Teilen zum Erfolg bei. Insgesamt konnte sich dieses Segment festigen und das letztjährige Ergebnis bestätigen.
Der Ausblick auf das nächste Jahr gestaltet sich ähnlich schwierig wie im Vorjahr. Die weltweite Wirtschaftserholung steht immer noch auf tönernen Füssen. Zugpferde bleiben die so genannten Schwellen- und Entwicklungsländer. In Europa gilt es, einen gangbaren Weg aus der Schuldenkrise zu finden. Die zunehmend hohen Staatsschulden, könnten in einzelnen Ländern im Extremfall bis zu einer Zahlungsunfähigkeit führen. Demgegenüber begünstigt das immer noch tiefe Zinsniveau die Aktienmärkte. Weitere Unterstützung bieten robuste Unternehmenszahlen und positive Gewinnerwartungen. Trotz aller Bedenken und Hürden wird den Aktienanlagen im nächsten Jahr mehr Potenzial zugetraut als den Nominalwertanlagen.
Mit der Wiederanlage der temporär überhöhten Liquidität in CHF Obligationen wird die SVE ihr Anlageprofil im Verlauf von 2011 wieder der langfristigen Anlagestrategie anpassen. Dabei wird der Auswahl der Schuldnerqualität wie bisher besondere Beachtung zukommen. Spezielle Aufmerksamkeit kommt im laufenden Jahr auch den Zinsänderungs- und Währungsrisiken zu wo in den entsprechenden Anlagekategorien mit erhöhten Schwankungen zu rechnen ist.
| Kennzahlen per 31. Dezember (Personen) | ||
| 2009 | 2008 | |
| Aktive Versicherte | 6'378 | |
| Rentenbezüger | 7'876 | |
| Total | 14'254 | |
| Kennzahlen per 31. Dezember (in Mio. CHF) | ||
| 2009 | 2008 | |
| Bilanzsumme | 3'734.8 | 3'475.2 |
| Vorsorgekapital aktive Versicherte | 1'063.7 | 1'092.5 |
| Vorsorgekapital Rentenbezüger | 2'209.5 | 2'238.6 |
| Technische Rückstellungen | 248.7 | 280.2 |
| Wertschwankungsreserve | 177.4 | - |
| Deckungsgrad | 105.0% | 95.2% |
| Performance | 11.9% | -13.6% |
Die erhoffte Entspannung an den Finanzmärkten ist 2011 nicht eingekehrt. Das Jahr begann bereits sehr aufregend mit den Unruhen in Nordafrika, woraus sich der sogenannte arabische Frühling entwickelte. Dies führte aber immerhin dazu, dass sich die Einwohner verschiedener Staaten, etwa in Tunesien und Ägypten, von den herrschenden, totalitären Regimen befreien konnten. Mit Hilfe von Luftunterstützung durch die Nato gelang es selbst Libyen, nach längerem Hin und Her die Herrschaft des Ghadhafi-Clans zu beenden.
Ein gewaltiger Schock erfolgte im März, als sich in Japan eines der verheerendsten Erdbeben der Geschichte ereignete. Der dadurch ausgelöste Tsunami verwüstete weite Teile des Kü-stengebietes an der nördlichen Ostküste und forderte über fünfzehntausend Menschenleben. Nebst der Zerstörung ganzer Dörfer und Städter wurden auch drei Blöcke des Atomkraftwerkes Fukushima Daiichi schwer beschädigt und führte zur schlimmsten Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl 1986. Dies löste in etlichen Ländern eine Überprüfung der Frage zur Zukunft der Atomenergie im allgemeinen und der Sicherheit von Atomkraftwerken im speziellen aus. So beschloss auch in der Schweiz National- und Ständerat einen zeitlich gestaffelten Ausstieg.
Vor den durch die vorerwähnten Ereignisse verursachten Rückschlägen konnten sich die Finanzmärkte in der Folge zwar wieder erholen, doch spätestens ab der Jahresmitte wurde die Staatsverschuldungskrise - insbesondere der drohende Bankrott Griechenlands - zum alles überragenden Thema. Nur dank eines Rettungspaketes konnte der griechische Staatsbankrott verhindert werden. Den Marktteilnehmern wurde aber rasch klar, dass sich die Krise bereits auf Portugal, Spanien und Italien ausgeweitet hatte. Erst ein Schuldenschnitt für Griechenland sorgte im Herbst dafür, dass sich die Nervosität wieder etwas legte und die Märkte sich zwischenzeitlich erholen konnten. Das aufkeimende Vertrauen wurde jedoch Ende Jahr wieder erschüttert durch das Ausscheren Grossbritanniens innerhalb der EU und der Drohung der Rating Agenturen, nebst anderen Rückstufungen auch den beiden Kernländern der Union, Deutschland und Frankreich, mittelfristig das Triple-A-Rating zu entziehen
.Das Anlagejahr 2011 konnte mit einer knapp positiven Performance von 0.77% abgeschlossen werden. Aufgrund der Budgetallokation errechnete sich eine etwas höhere Benchmark-Rendite von 1,35%.
Das Vermögen belief sich per 31.12.2011 auf 3.627 Mrd. Franken (31.12.2010: 3.761 Mrd. Franken). Auch der Deckungsgrad reduzierte sich und betrug per Jahresende 105.6 % (Ende 2010: 107,2%).
| Anlagekategorie | Rendite (in %) 2011 | Rendite (in %) 2010 |
| Liquide Mittel | 0.35 | 0.37 |
| Obligationen CHF | 3.60 | 4.65 |
| Obligationen Fremdwährungen | 3.12 | -5.12 |
| Aktien Schweiz | -9.56 | 4.55 |
| Aktien Ausland | -7.05 | 5.87 |
| Indirekte Immobilienanlagen | 4.54 | 8.05 |
| Liegenschaften | 5.41 | 6.26 |
| Nicht traditionelle Anlagen | -1.71 | 7.63 |
| Schuldbriefdarlehen | 2.08 | 2.39 |
| Gesamtvermögen | 0.77 | 5.13 |
| Benchmark SVE* | 1.35 | 4.10 |
| *gemäss verabschiedeter Anlagestrategie |
Staatsschuldenkrise und Rezessionsängste beherrschten im 2. Semester das Geschehen an den Aktienmärkten. Insbesondere im August brachen die Aktienkurse regelrecht ein, als die Schuldenkrise im Euroraum wieder akut wurde. Fehlendes Vertrauen und eine frappant ab-nehmende Risikoneigung der Anleger führte innert weniger Tage zu Kursverlusten von mehr als 20% an den internationalen Märkten. In der Folge blieb die Schuldenkrise das dominie-rende Thema und inbesondere das politische Geschehen rund um den europäischen Stabilitätsfonds (EFSF) prägte den Verlauf an den Aktienmärkten. Dank Erholungsphasen im Okto-ber und auch im abschliessenden Dezember konnten die Aktienmärkte den Jahresverlust wieder etwas abfedern. In der Schweiz verloren die mittleren und kleinen, konjunktursen-sibleren Werte etwas mehr als die grossen Schwergewichte, weshalb auch das Portefeuille der SVE etwas hinter dem SPI zurücklag.
Zinsen und Obligationenmärkte waren natürlich auch durch das Hin und Her der mehrfachen Versuche zur Bewältigung der Staatsschuldenkrise in hohem Masse beeinflusst. Die Rating Agenturen stuften europäische Staaten mit beängstigender Regelmässigkeit herab, und selbst die USA verlor im August im Soge des politischen Hickhacks um die Erhöhung der Schuldenobergrenze ihr Triple-A Rating. Für die USA hatte dies aber keine negativen Auswirkungen auf die Zinsen der US Treasuries. In Europa hingegen schwankten die Kreditrisikoaufschläge vor allem der Peripheriländer sehr stark und verschiedene Länder mussten teilweise deutlich höhere Zinsen für Refinanzierungen in Kauf nehmen.
Nachdem wir im Frühjahr unseren CHF-Obligationen Bestand bei ansteigenden Zinsen wieder auf die Höhe der Zielallokation zurückgeführt hatten, nutzten wir den deutlichen Zinsrückgang im August erneut zu einer teilweisen Bestandesreduktion und Verkürzung der Duration. Dies auch wieder mit der Absicht, die erhaltene Liquidität bei höheren Zinsen wieder in längere Laufzeiten zu investieren. Bis anhin konnte dies jedoch noch nicht umgesetzt werden, hat doch die anhaltende Verunsicherung die Zinsen im Schweizerfranken auf rekordtiefe Niveaus gedrückt.
Die Fremdwährungsobligationen - wie natürlich auch die Aktien Ausland - litten lange Zeit unter dem immer stärker werdenden Schweizer Franken, der als sicherer Hafen gesucht wurde. Sämtliche Devisenmarktinterventionen der Schweizerischen Nationalbank verpufften nahezu erfolglos und konnten den Anstieg des CHF nicht stoppen. Was man fast nicht für möglich gehalten hatte, wurde im August Tatsache als der CHF zum Euro ganz kurz das Niveau von 1:1 streifte. Erst die Einführung einer Eurountergrenze von CHF 1.20 am 6. September führte zum gewünschten Erfolg, sodass am Ende übers Jahr betrachtet die wichtigsten Währungen gegen Schweizer Franken praktisch auf unverändertem Niveau zum Vorjahr notierten. Dies führte bei unserer Währungsbewirtschaftung - etwa die Hälfte unserer gesamten Fremdwährungsbestände ist jeweils abgesichert - zu einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis.
Die indirekten Immobilienanlagen waren erneut begünstigt durch das tiefe Zinsumfeld und erfreuten sich einer ungebrochen starken Nachfrage. Allerdings sind die Aufschläge der Immobilienfonds zu den Nettoinventarwerten mittlerweile sehr hoch und Kurskorrekturen sind in diesem Anlagesegment nicht auszuschliessen. Wir haben deshalb die Position etwas unter die Zielgrösse abgebaut.
Bei den nicht traditionellen Anlagen konnte im Rohstoffbereich einzig in der Gruppe der Edelmetalle Geld verdient werden. Die übrigen Sektoren litten unter der Unsicherheit in Bezug auf das Wirtschaftswachstum und die Schuldenkrise. An einem breit diversifizierten Index orientiert, lag das Ergebnis unserer Commodity Anlagen deutlich im Minus. Erfolgreich schlossen dagegen erfreulicherweise unsere Private Equity Anlagen ab, sodass insgesamt im alternativen Anlagesegment nur ein leicht negatives Resultat zu verzeichnen ist.
2012 wird wiederum ein sehr anspruchsvolles Anlagejahr erwartet. Die Eurokrise ist bei weitem nicht gelöst, das kommende Jahr wird in dieser Frage aber sicher eine Entscheidung bringen müssen. Glaubhafte Konzepte zur Lösung der Schuldenkrise in Europa müssen vorgelegt werden. Die bisher praktizierte Politik des Hinauszögerns wird nicht mehr funktionieren. Dies wird auch dokumentiert, durch die bereits angekündigte und in den ersten Januar-Wochen wahr gemachte Rating-Rückstufung verschiedener Länder Europas und auch des Euro Rettungsschirmes (EFSF) durch die Rating Agentur Standard & Poor’s.
Die Spannungen aus der geopolitischen Situation und den wirtschaftlichen Ungleichgewichten werden anhalten und die Notenbanken weiter zwingen, durch Bereitstellung von zusätzlicher Liquidität das System funktionsfähig zu halten. Die Zinsen der grossen Industrieländer werden sich deshalb kaum von ihren tiefen Niveaus lösen können, während die Kreditaufschläge bei den Problemländern sehr volatil bleiben werden.
Die europäische Wirtschaft bewegt sich in Richtung Rezession und in den USA, Japan und China wird sich das Wirtschaftswachstum zumindest verlangsamen. Die Rückschläge der Aktienmärkte im letzten Jahr haben dem teilweise bereits Rechnung getragen. Es wird aber deutlich Anzeichen einer Stabilisierung der Wirtschaftslage benötigen, um das verlorene Vertrauen der Anleger in die Finanzmärkte zurückzubringen. Ganz sicher wird es aber schwierig bleiben, die notwendige Sollrendite für ein ausgeglichenes Ergebnis zu erwirtschaften.
Die verantwortlichen Stellen der SVE werden sich dem veränderten Umfeld stellen und die aktuell gültige Anlagestrategie überprüfen und gegebenenfalls neu ausrichten. Zu diesem Zweck wird zur Zeit zusammen mit unserer externen Beratungsstelle eine ALM Studie ausgearbeitet. Bis diese Arbeiten abgeschlossen sind, bleiben die Anlagen auf die aktuell gültige Anlagestrategie ausgerichtet.
| Kennzahlen per 31. Dezember (Personen) | ||
| 2009 | 2008 | |
| Aktive Versicherte | 6'378 | |
| Rentenbezüger | 7'876 | |
| Total | 14'254 | |
| Kennzahlen per 31. Dezember (in Mio. CHF) | ||
| 2009 | 2008 | |
| Bilanzsumme | 3'734.8 | 3'475.2 |
| Vorsorgekapital aktive Versicherte | 1'063.7 | 1'092.5 |
| Vorsorgekapital Rentenbezüger | 2'209.5 | 2'238.6 |
| Technische Rückstellungen | 248.7 | 280.2 |
| Wertschwankungsreserve | 177.4 | - |
| Deckungsgrad | 105.0% | 95.2% |
| Performance | 11.9% | -13.6% |
| Anlagekategorie | Rendite (in %) |
| Liquide Mittel | 0.07 |
| Obligationen CHF | 0.36 |
| Obligationen Fremdwährungen | 0.55 |
| Aktien Schweiz | 2.03 |
| Aktien Ausland | 4.06 |
| Indirekte Immobilienanlagen | 1.15 |
| Liegenschaften | 1.24 |
| Nicht traditionelle Anlagen | 5.32 |
| Schuldbriefdarlehen | 0.59 |
| Gesamtvermögen | 1.42 |
| Benchmark SVE* | 0.55 |
| *gemäss verabschiedeter Anlagestrategie |
Performance 08 |
-13.6% |
| Stand 31. Dezember 2008 Die Performance bezieht sich auf den Zeitraum 1.1. bis 31.12.2008. |
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Performance 09 |
+11.9% |
| Stand 31. Dezember 2009 Die Performance bezieht sich auf den Zeitraum 1.1. bis 31.12.2009. |
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Performance 10 |
+5.1% |
| Stand 31. Dezember 2010 Die Performance bezieht sich auf den Zeitraum 1.1.bis 31.12.2010. |
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Performance 11 |
+0.8% |
| Stand 31. Dezember 2011 Die Performance bezieht sich auf den Zeitraum 1.1. bis 31.12.2011. |
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Der zweite Teil der 6. IV-Revision (6b) soll jährlich 325 Millionen sparen. Doch mit welchen Massnahmen?
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