Starke Erholung der Kapitalmärkte nach dem katastrophalen Vorjahr

Das Jahr 2009 war erneut äusserst turbulent und geprägt von der Erholung der Weltwirtschaft aus ihrer tiefsten Rezession seit Jahrzehnten. Zu Beginn setzte sich die Baisse an den Finanzmärkten allerdings fort, bevor ab Mitte März ein kräftiger und bis zum Jahresende anhaltender Aufschwung einsetzte. Die Kombination von steil nach oben weisenden Konjunkturindikatoren, besseren Gewinnausweisen und einer sehr expansiven Geldpolitik der Notenbanken führten zu starken Anstiegen an den Aktienmärkten. An den Obligationenmärkten konnten die durch die Finanzkrise verursachten extremen Preisverzerrungen grösstenteils wieder korrigiert werden, was insbesondere bei den Obligationen in CHF zu einem klar überdurchschnittlichen Ergebnis führte. Auch alle übrigen Anlageklassen erzielten positive Erträge und trugen zum besten Gesamtergebnis seit mehr als 10 Jahren bei.

 

Mit der erfreulichen Performance von 11,85% konnte der massive Rückschlag des letzten Jahres wenigstens teilweise korrigiert werden. Aufgrund der Budgetallokation 2009 errechnete sich eine Benchmarkrendite von 10,82%. Obwohl 2009 ein sehr gutes Resultat erzielt wurde, liegt die Durchschnittsrendite der letzten 10 Jahre immer noch unter 2%.

 

Das Vermögen belief sich per 31.12.2009 auf 3.735 Mrd. Franken (31.12.2008: 3.475 Mrd. Franken). Der Deckungsgrad erhöhte sich als Folge der wieder erstarkten Kapitalmärkte deutlich und lag per Jahresende bei 105% (Ende 2008: 95.2%).

 

 

 

Performance nach Anlagekategorien

 

 

Anlagekategorie

Rendite 2009 (in %)

Rendite 2008 (in %)

Liquide Mittel

0.74

2.31

Obligationen CHF

9.10

1.60

Obligationen Fremdwährungen

6.08

-6.20

Aktien Schweiz

23.93

-36.02

Aktien Ausland

28.01

-48.45

Indirekte Immobilienanlagen

15.86

-7.54

Liegenschaften

7.08

6.75

Nicht traditionelle Anlagen

8.19

-36.87

Schuldbriefdarlehen

2.61

3.13

Gesamtvermögen

11.85

-13.64

Interner Benchmark SVE*

10.82

-10.24

*gemäss verabschiedeter Anlagestrategie


 

Zweites Anlagehalbjahr 2009

Die Aktienmärkte setzten im zweiten Halbjahr die Mitte März begonnene Erholung unvermindert fort. Unterstützend wirkten dabei die zahlreichen, global durchgeführten Konjunkturprogramme und konzertierte Massnahmen der Zentralbanken. Die Aufwärtsbewegung gewann weiter an Dynamik, als die Unternehmen im zweiten und dritten Quartal besser als erwartete Ergebnisse präsentierten. Zudem stärkten weltweit positivere Wirtschaftsdaten zunehmend das Vertrauen und die Risikobereitschaft der Anleger. Diese äusserte sich unter anderem auch in einem starken Anstieg der Emerging Markets von über 70%, die damit klar besser als die industrialisierten Märkte abschnitten.

 

An den Obligationenmärkten entwickelten sich die Zinsen regional sehr unterschiedlich. Während die verbesserten Konjunkturaussichten in den USA zu höheren Zinsen am langen Ende führten, verharrten die europäischen Renditen auf den tiefen Niveaus. In der Schweiz fielen die Zinsen vorübergehend sogar auf die Tiefststände aus dem Jahr 2005 zurück. Mit ein Grund für diese Entwicklung könnte der fehlende Kapitalbedarf der Eidgenossenschaft gewesen sein, die im gesamten Halbjahr keine Neuemissionen von Staatsanleihen auf den Markt brachte. Dem gegenüber stand aber eine konstant hohe Nachfrage von institutionellen Anlegern nach langfristigen Obligationenengagements. Insgesamt bildeten sich die Spreads von Unternehmensanleihen weiter deutlich zurück und erreichten praktisch das Niveau vor der Finanzkrise.

 

Die indirekten Immobilienanlagen setzten ihren Höhenflug fort und erreichten 2009 ein absolutes Spitzenresultat, welches als eines der erfolgreichsten in die Geschichtsbücher eingehen wird. Die Agios der Immobilienfonds stiegen damit allerdings ebenfalls weiter an und befanden sich nahe den historischen Höchstständen.

 

Bei den nicht traditionellen Anlagen stach vor allem die Hausse des Goldes heraus, welches mit über USD 1'200 pro Unze eine neue Rekordmarke erreichte. Nach dem heftigen Preiszerfall vom Vorjahr stieg auch der Ölpreis wieder deutlich an. Insgesamt konnte sich dieses Segment nach dem letztjährigen Absturz ebenfalls wieder festigen und ein ansprechendes Ergebnis erzielen.

 

Im zweiten Halbjahr neigte der Schweizer Franken zur Stärke und wertete sich gegenüber den wichtigsten Währungen auf. Am deutlichsten gegenüber dem britischen Pfund, welches allerdings im ersten Semester markant zugelegt hatte. Der US Dollar fiel zeitweise sogar wieder unter die Paritätsmarke, konnte sich zum Jahresende aber wieder leicht erholen. Der Euro unterschritt Mitte Dezember die Marke von 1.50, womit das von der Schweizerischen Nationalbank anvisierte Wechselkursziel etwas tiefer zu liegen scheint. Druck auf die Einheitswährung wurde durch die Sorgen um die Kreditwürdigkeit Griechenlands sowie weiterer EU-Mitgliedstaaten ausgelöst.

 

 

Ausblick

Einmal mehr wird ein schwieriges Anlagejahr erwartet. Vorerst scheint sich die globale Konjunkturerholung, die Anfang 2009 eingesetzt hat, noch fortzusetzen. Die Aktienmärkte bleiben zudem begünstigt durch die historisch tiefen Zinssätze sowie ausreichend vorhandene Liquidität. Der Aufschwung hängt aber nach wie vor nur an den massiven staatlichen und geldpolitischen Stützungsprogrammen. Die Unternehmensgewinne entwickeln sich zwar positiv, haben ihren Ursprung jedoch meist in den rigoros durchgeführten Kostensenkungsprogrammen der Firmen. Die Beschäftigungslage hat sich nur unwesentlich verbessert, nicht von ungefähr räumt auch US-Präsident Obama der Schaffung von Arbeitsplätzen im 2010 oberste Priorität ein. Der weitere positive Verlauf der Konjunktur wird davon abhängen, ob die vielfältigen Impulse einen sich selbst tragenden Aufschwung auslösen können. Das Thema Inflation beschäftigt die Finanzwelt zurzeit nur wenig, könnte aber auf längere Sicht zum Problem werden. Auch die Finanzkrise ist noch nicht vom Tisch und das Moratorium von Dubai World und die Schwierigkeiten Griechenlands geben auch bei den festverzinslichen Papieren Anlass zur Sorge.

 

Die SVE wird ihr Anlageprofil im 2010 vollständig der neuen langfristigen Anlagestrategie anpassen, gleichbedeutend mit der weiteren Erhöhung der Nominal- zu Lasten der Sachwerte. Wie im obigen Abschnitt angedeutet, werden Turbulenzen an den Finanzmärkten ein weiteres Mal nicht ausbleiben, weshalb die zur Verfügung stehenden Bandbreiten in höherem Mass als üblich ausgenutzt werden sollen.



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